Neapel sehen und Geschichte erleben

Italiens Millionenstadt Neapel – gelegen in einer romantisch anzuschauenden Bucht des Golf von Neapel in der Region Kampanien ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Süditaliens. Rund 4,4 Millionen leben in der Region. Neapolitanisch ist die Sprache der meisten Menschen hier in der Stadt und der Region. Diese Sprache weicht ein wenig vom Standarditalienisch ab. Die Stadt hat eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Denn hier herrscht in vielen Bereichen noch immer die Camorra, die neapolitanische Mafia, die schon seit dem 16. Jahrhundert in der Stadt ihr Unwesen treibt und für zahlreiche Kriminaldelikte, insbesondere Morde in der Stadt verantwortlich ist. Die Schattenwirtschaft beherrscht viele wirtschaftliche Bereiche in der Stadt. Touristen kommen, wenn sie sich nicht gerade in bestimmte Viertel begeben, aber nur selten mit der Camorra in Kontakt. Allerdings gibt es auch zahlreiche Kleinkriminelle, die auch Touristen bestehlen oder reinlegen, die ebenfalls mit der Camorra in Verbindung gebracht werden. Doch gegen Diebstahl kann man sich erfolgreich schützen. Insgesamt versucht man seitens der Stadt den Touristen aber ein freundliches und unbeschwertes Bild von Neapel abzugeben- und das gibt es allemal.

Foto: ivak  / pixelio.de
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Kulturelle Bauten und Denkmäler

Die gesamte Altstadt von Neapel mit ihren als sehenswert geltenden Bauwerken, wurde 1995 zum Weltkulturerbe durch die UNESCO erklärt. Bedeutsam und sehenswert sind zum Beispiel die drei Festungen Neapel, die das Stadtbild nachhaltig prägen. Das bekannteste dieser Bauwerke ist das Castel Nuovo aus dem 13. Jahrhundert. Im Westflügel der Burg befindet sich das Museo Civico (das Museum zur Stadtgeschichte Neapels). Imposant ist auch das Castel Sant’Elmo, gelegenauf dem Stadthügel Vomero. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die Stadt und auf den Golf von Neapel. Das Gebäude beherbergt heute unter anderem die Biblioteca di Storia dell’Arte, die Kunsthistorische Bibliothek. Ebenso imposant ist die begehbare Hafenburg Castel dell’Ovo, gelegen auf einer kleinen Insel mit einer Kirche aus dem 5. Jahrhundert. Neapel ist aber auch eine Stadt, in der man viele Kirchen besichtigen kann. Hierzu gehört unter anderem der Duomo San Gennaro aus dem 13. Jahrhundert, der Dom von Neapel. Das zweite religiöse Zentrum Neapels ist der Kirchen- und Klosterkomplex Santa Chiara, erbaut im 14. Jahrhundert und der Ort, an dem sich zahlreiche Königsgräber befinden. Eher unscheinbar erscheint auf den ersten Blick die Jesuitenkirche Gesu Nuovo, die aber eine prachtvolle barocke Innenausstattung besitzt. Barocke Umbauten aus dem 18. Jahrhundert zieren indes die San Lorenzo Maggiore, eine Klosterkirche der Franziskaner, ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert sind auch die Paläste und Villen innerhalb der Stadtmauern von Neapel. Eines der Prachtbauten, die noch zahlreicher vorhanden sind in Neapel als Kirchen und Klöster sind, ist das Palazzo Reale. Es handelt sich hier um den Palast der einstigen Vizekönige. Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und kann besichtigt werden. Einige Gänge, Säle und Zimmer, die einst die königlichen Familien über Jahrhunderte hinweg bewohnten, sind frei zugänglich für die Öffentlichkeit. Frei zugänglich ist auch die Nationalbibliothek, die in diesem Gebäude untergebracht ist. Ein direkter Anbau des Palazzo Reale ist das Teatro San Carlo – bei seiner Fertigstellung im 18. Jahrhundert zur damaligen Zeit das größte Opernhaus der Welt. Ebenfalls ein ehemaliger königlicher Palast ist der Palazzo Reggia di Capodimonte (erbaut um 1738). Auch dieser Palast beherbergt ein Museum, in dem Gemälde von Raffael, Tizian und Botticelli gezeigt werden und weiteren italienischen Künstlern.